Hintergrundschatten
Willkommen in Egelsbach

   Pfeil   Fluechtlinge

13.02.2017

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

 

am heutigen Tage beginnt der Abbau der Container-Flüchtlingsunterkunft auf dem Parkplatz der Tennisanlage im Geisbaum. In wenigen Tagen wird somit der Zustand VOR der "Flüchtlingskrise" hergestellt sein.

Ich möchte dies zum Anlass nehmen, Sie über geleistete und nach wie vor bestehende Aufgaben zu informieren.

Ich habe bewusst weiter oben das Wort Flüchtlingskrise in Gänsefüßchen gesetzt. Denn aus meiner Sicht war und ist dieser Begriff nicht zulässig. Zumindest nicht auf unsere Egelsbacher Verhältnisse heruntergebrochen. Ohne Zweifel gab es im Herbst 2015 mehrere Wochen, in welchen staatliche Instanzen schier überfordert waren, die unerwartet zu stemmende Aufgabe zu meistern. Für die meisten Fragestellungen gab es keinen "Masterplan" in der Schublade. Auch wir in Egelsbach waren zeitweise überfordert, den sich ständigen nach oben bewegenden Zuweisungszahlen vernünftige Lösungen entgegen zu setzen. Aber, und dies gilt es nach nunmehr 18 Monaten Dauerstress festzuhalten: Wir haben letztendlich stets besonnen und effizient entschieden. Mit diesem WIR meine ich die Verantwortlichen der Gemeindeverwaltung, der politischen Gremien sowie die Haupt- und Ehrenamtlichen der Christlichen Flüchtlingshilfe Egelsbach-Erzhausen CFEE. Von Beginn ab gab es einen regelmäßigen und intensiven Austausch über zu treffende Entscheidungen und diese wurden dann auch gemeinsam der Öffentlichkeit präsentiert. Diese Vorgehensweise hat sich bis zum heutigen Tag bestens bewährt. Die enge Verzahnung der Mitarbeiter aus Rathaus, Feuerwehr und Bauhof sowie der CFEE-Mannschaft war unser Rezept zum Erfolg. Hierfür kann ich an dieser Stelle nicht ausreichend genug DANKE sagen!

Was haben wir geschafft, was konnten wir vermeiden?

Vermeiden konnten wir die Inanspruchnahme von öffentlichen Gebäuden! Weder Bürgerhaus noch Turnhallen mussten zur Flüchtlingsunterbringung genutzt werden. Und es gab durchaus Wochen, in welchen wir bereits solche Maßnahmen durchgeplant haben. Doch durch zeitnahe Entscheidungen für andere Lösungen konnte dieser für alle Vereine schmerzhafte Einschnitt verhindert werden. Hier möchte ich vor allem jene bereits 2014, also ganz zu Beginn des sich abzeichenden Flüchtlingsstroms, getroffene Entscheidung zur Übertragung der z.T. leerstehenden Altenwohnanlage in der Dresdner Straße an die CFEE und von ihr gewünschten Um- und Anbau hervorheben. Wo wären wir heute, im Februar 2017, ohne diesen Schritt? Fast 100 Personen können nun im Dezember 2016 in Betrieb genommenen Gebäude in ordentlichen Räumlichkeiten wohnen. Weitere 40 Personen wohnen in der Bestandsunterkunft im Geisbaum, sowie ca. 50 Personen in angemieteten Häusern und Wohnungen im gesamten Ortsgebiet. So leben also zurzeit knapp 200 Flüchtlinge in unserer Kommune. Ohne die Kapazität der Dresdner Straße hätte nicht nur die Containeranlage erhalten bleiben müssen, es würden uns auch schlicht 50 Plätze fehlen.

Die Kinder und Jugendlichen wurden von Beginn an in unseren Kinderbetreuungseinrichtungen und der Grundschule aufgenommen. Hier erfolgt durch motiviertes Personal beste Integrationsarbeit, CFEE und die Vereine, insbesondere die SG Egelsbach sei hier erwähnt, ergänzen dies durch eine Fülle an ehrenamtlich gestütztes Engagement.

So ist es für mich eigentlich kein Wunder, dass wir bisher in Egelsbach von den "bösen Überraschungen" in Flüchtlingsunterkünften verschont geblieben sind. Ich will aber auch nicht leugnen, dass es auch bei uns schon Zwischenfälle gab. Zumeist jedoch kleinerer Art und wir konnten darauf stets angemessen reagieren. A und O für diese gute Zustandsbeschreibung ist eben die vernünftige Unterbringung und eine gute Betreuung, also ein "an-die Hand-Nehmen" der sich noch gänzlich unbeholfen fühlenden Personen in unserer Gemeinde, im Kreis Offenbach, in Deutschland im Allgemeinen.

Mit gesundem Menschenverstand, mit Gelassenheit und der aber auch ebenso notwendigen Klarheit und Konsequenz, werden alle Beteiligten auch weiterhin Ihre Aufgabe erfüllen,

Ja, zurzeit sieht es so aus, als hätten wir den dicksten Brocken geschafft. Wir erwarten für 2017 nur ca. 10-20 neue Flüchtlinge. Gegenüber 150-200 in 2016 ist dies eine bewältigbare Aufgabenstellung.

Jedoch beginnt nun die nächste Phase der Integrationsarbeit: Wohnraum sowie Ausbildungs- und Arbeitsplätze gilt es zu finden. Dies wird sicherlich eine ebensolche Herkulesaufgabe wie die Erstunterbringung es war.

Aber Aufgaben sind zum Lösen da!

Dies ist mein, natürlich subjektiver, Blick auf die aktuelle Situation.

Sollten Sie anderer Meinung sein, Kritik äußern oder auch Ideen zur Lösung beitragen wollen, melden Sie sich doch gerne! 

 

Gerne stehe ich Ihnen unter 06103 405 - 126 oder juergen.sieling@egelsbach.de für ein Gespräch zur Verfügung.

Bürgermeister Jürgen Sieling